Der Dogenpalast war tausend Jahre lang das Herz der Republik Venedig – teils Königssitz, teils Regierungssitz, teils Gerichtshof. Von diesen Räumen aus regierte eine Händlerstadt ohne König eines der großen Seeimperien des Mittelalters und der Renaissance. Heute durch ihn zu gehen bedeutet, die Korridore jener Macht zu durchschreiten, unter Decken, die vor Gold und Gemälden der Meister der venezianischen Schule strotzen.
Der Palast, den Sie sehen, ist ein Meisterwerk der venezianischen Gotik: Die luftige, rosé-weiße Fassade ruht auf einer doppelten Bogenreihe, die für das Gewicht, das sie trägt, erstaunlich leicht wirkt. Seine Ursprünge reichen bis ins 9. Jahrhundert zurück; der zur Lagune gewandte Flügel wurde ab 1340 neu erbaut, der Flügel zum Markusplatz ab 1424, und der Renaissance-Hof zwischen 1483 und 1565. Brände in den Jahren 1574 und 1577 versengten die Innenräume, doch eine sorgfältige Restaurierung bewahrte den Anblick, der Besucher noch heute in Staunen versetzt.
Im Inneren führt der Rundgang über die prunkvolle Goldene Treppe hinauf zu den Dogenappartements und den großen Institutionensälen, gipfelnd im riesigen Saal des Großen Rates. Hier, hinter dem Thron des Dogen, hängt Tintorettos „Paradies“ – das größte Leinwandgemälde der Welt, ein wirbelnder Himmel voller hundert Figuren. Von der Pracht des Staates führt der Weg über die geschlossene Seufzerbrücke in die Neuen Gefängnisse, wo der Blick auf die Lagune der letzte Anblick war, den ein zum Tode Verurteilter angeblich sah.
Ihr Ticket ist der Venice Museum Pass – der großzügigste Zugang zu den städtischen Museen Venedigs. Neben dem Dogenpalast öffnet er Ihnen das Correr Museum, das Nationale Archäologische Museum und die monumentalen Säle der Marciana-Bibliothek rund um den Markusplatz, sowie Ca' Rezzonico, Ca' Pesaro, die Paläste Fortuny und Mocenigo, das Haus von Carlo Goldoni, das Naturkundemuseum und die Glas- und Spitzenmuseen auf den Inseln Murano und Burano – insgesamt zwölf Museen. Der Pass ist sechs Monate gültig, mit einem Eintritt pro Museum und ohne Zeitfensterbuchung – Sie kommen einfach während der Öffnungszeiten und erkunden Venedig ganz in Ihrem eigenen Tempo. Der Dogenpalast ist zusammen mit der restlichen Stadt als „Venedig und seine Lagune“ in die UNESCO-Welterbeliste eingeschrieben.